Haustechnik
Die Haustechnik ist einer der zentralen Punkte, die für das Funktionieren eines Passivhauses entscheidend sind. Daher war uns von Beginn an dieser Aspekt besonders wichtig und nicht zuletzt deshalb haben wir uns für unseren Architekten entschieden, da er uns diesbezüglich überzeugt hat.
Nachdem wir uns schon eine ganze Weile mit dem Thema Passivhaus beschäftigt hatten, sind wir davon ausgegangen, dass ein Wärmepumpenkompaktgerät die beste Lösung sei. Unter anderem wird auch in der Zeitschrift “Passivhauskompendium” aus 2008 und 2009 darauf hingewiesen. Hierbei wird durch den Wärmetauscher der kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) die Wärme der Abluft genutzt, um die Zuluft zu erwärmen. Die Restwärme der Abluft wird mit Hilfe einer Kleinwärmepumpe genutzt und dem Wasserspeicher zugeführt. Über das Nachheizregister (Wärme aus dem Wassertank oder elektrisch) in der Zuluft wird die fehlende Wärme gedeckt. Der (Trink-)Wasserspeicher versorgt das Haus mit Warmwasser. Zusätzlich kann der Wasserspeicher noch durch eine Solaranlage beschickt werden.
Hier einmal das Schema einer Wärmepumpenkompaktanlage:
(Quelle: http://www.passivhaustagung.de/Passivhaus_D/Kompakt.htm)
Unser System wird voraussichtlich ein anderes sein. Im Mittelpunkt unserer Anlage wird ein 750 l fassender Wasserspeicher stehen. Die Wärmeenergie erhält er durch eine Solaranlage (vornehmlich im Frühling, Sommer und Herbst) und durch einen kleinen Pelletsofen mit Wassertasche, der in den Wintermonaten den Restwärmebedarf deckt. Der Ofen wird im Wohnzimmer aufgestellt, etwa 15 % der Energie in den Raum abstrahlen und 85% in den Speicher packen.
Die KWL werden wir ohne Kleinwärmepumpe ausstatten. Die Zuluft wird durch einen Sole-Erdwärmetauscher (Sole-EWT) temperiert. Wir haben uns gegen einen konventionellen EWT (Luft-EWT) entschieden, da wir eine Verunreinigung und Verkeimung des Rohres für uns nicht ausschließen können. Unser Grundwasser steht recht hoch, so dass wir auch bei fachgerechter Verlegung mit gleichmäßig leichtem Gefälle, regelmäßiger Reinigung und Dauerbetrieb eindringendes Wasser nicht dauerhaft verhindern können. Nach meinem Wissen gibt es keine Berichte über negative Folgen aus dem Einsatz eines EWT, jedoch wollen wir das Risiko grundsätzlich ausschließen und nehmen dafür auch die Mehrkosten durch den Betrieb der Umwälzpumpe des Sole-EWT in Kauf.
Der Restwärmebedarf in der Zuluft wird durch ein Heizregister, das aus dem Wasserspeicher gespeist wird, gedeckt.
Unsere Warmwasserbereitung erfolgt in dem Moment des Verbrauchs durch einen Wärmetauscher im Wasserspeicher (Frischwasserstation). Es wird also nicht bevorratet. Somit besteht auch keine Notwendigkeit, das System regelmäßig auf über 60 °C zu erhitzen und beispielsweise keine Gefahr der Legionellenbildung. Das Prinzip wird auf den Seiten von Solvis erläutert. Das Bild ist von gleichnamiger Seite entnommen.
(Quelle: http://www.solvis.de/soh_solarspeicher_futur_6.php)
Ob und in welcher Form wir auch auf eine “Angstheizung” (beispielsweise im Bad) zurückgreifen, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Anmerkung: Mittlerweile schon. Wir werden in den Bädern einen Heizkörper als Handtuchwärme vorsehen. Im Wohn/Esszimmer werden Leitungen vorgesehen für einen späteren Heizkörper, falls nötig. Die Heizkörper werden mit einer kleinen Umwälzpumpe aus dem Speicher versorgt.
Auf das Dach kommen etwa 12 m² Solarthermie. Platz genug für PV wäre noch, ist jedoch derzeit nicht vorgesehen.
Über Kommentare und Anregungen oder auch eine Diskussion zu unserem System würden wir uns freuen.